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Willkommen bei meinen Weinen!

1997 hatten sich ein paar besondere Weine in meinem Regal angesammelt und ich erstellte dazu diese Seite. Heute (Mai 2005), wie ich die Seiten technisch renoviere, ist dies alles Vergangenheit und zum Teil schon fast vergessen, denn die letzte Flasche wurde 2003 geleert.

Die Preise von Weinen der gehobenen Klasse sind meinem Budget weit weit entfleucht und so finden sich heute nur noch wenig Flaschen bei mir zu Hause. Natürlich auch weil ich beruflich mit Wein zu tun habe, zuerst nur mit unserem Onlineshop, seit 2004 auch im Laden.

Als Weinliebhaber sollten Sie unseren Wein-Shop besuchen. Über 500 Weine und es werden ständig mehr. Ein anderer Weinbegeisterter, Karl Heinz Krawzcyk, der es inzwischen auf drei Weingüter zum elterlichen Geschäft dazu, geschafft hat, und ich betreiben diesen Online-Shop. Ob sie erst diese Zeilen fertig lesen, oder zuerst den Shop besuchen, überlasse ich gerne Ihnen. Hauptsache, Sie tun es und werden unser treuer Kunde. :-)
Unser Online Wein-Shop

Cantine dei Marchesi di Barolo S.p.A., Barolo (Homepage)

Cannubi Muscatel Barolo DOCG 1982, 14,5 %
Auszug aus dem Etikett:
"Die Trauben, die diese hervorragende Qualität hervorgebracht haben, kommen von der Lage 'Collina dei Cannubi', die als die absolut beste Lage anerkannt ist. Die Lage 'Vigna Cannubi-Muscatel' ist ein kleines Anfitheater in der Seite des Hügels und wird auf der Seite 7, Particelle 170-231 im Grundbuch der Gemeinde Barolo aufgeführt."
Es wurden 17116 Flaschen abgefüllt, meine hat die Nummer 1930 und war ein Geschenk meines Kunden CSI bei meinem Abschied von Turin im September 1992. Dieser lagenreinen Barolo wird ganz sicher den Jahrtausendwechsel erleben. Ich kann mir die Gelegenheit für ihn ganz einfach nicht vorstellen.

Rio Sorbo Barbaresco DOCG 1988, 13,5 %
"Eine Erdzunge, die dem Sonnenuntergang ins Gesicht sieht, ist der Hügel Rio Sordo in Barbaresco. Sein Name kommt von einem stillen Frühlingsbächlein. Zu seiner Seite schenken die Reihen der Nebbiolostöcke ihren Trauben delikaten Geschmack."
Ein sehr poetischer Text ist auf dem Rücketikett, der sich nur schwer übersetzen läßt. Diese Flasche trägt die Nummer 6381, insgesamt waren es 7052 Flaschen.
Außer diesen beiden Weinen waren im Geschenkpaket ein weiterer lagenreiner Barolo (schon nach dem 1. Schluck bedauerte ich, die Flasche geöffnet zu haben. Ein toller Wein aber noch etwas roh und ungestüm, es fehlte mir noch die Eleganz eines großen Barolo) bzw. Barbaresco (der war auf seinem Höhepunkt und ich hoffe, der mir verbliebene bleibt es noch lange) sowie eine Flasche Barolo Chinato, die auch noch vorhanden ist.

Podere Rocche dei Manzoni di Valentino, Monforte d'Alba

Bricco Manzoni 1988 + 1989, 13,5 %, Vino da Tavola delle Langhe
Dies ist ein nur wenigen Weinkennern bekannter Wein. Er wird aus Nebbiolo- und Barberatrauben gekeltert und reift in kleinen Fässern. Ich war 1991 zum 1. Mal dort zu Besuch und habe 12 Flaschen des 1988ers zum Preis von 17.000 Lire / Flasche gekauft, wovon noch eine vorhanden ist. Im Jahr darauf habe ich 24 des 89ers erstanden, wovon noch 11 existieren. Ein großer Wein (beide Jahrgänge), den ich nur zu ganz besonderen Anläßen trinke und der eigentlich noch einige Jahre reifen sollte.
Januar '97, aktualisiert März '00

Poderi del Paradiso, San Gimignano

Cru Bottaccio 1986, 13%, Vino da Tavola, Prodotto con uve Sangiovese da G. Cappelli Cetti
Wenn man in S.G. durch das Tor die Altstadt betritt, findet man auf der rechten Seite nach ca. 20 Metern den Laden der Poderi del Paradiso. Mitte der achtziger Jahre habe ich dort diesen Wein entdeckt. Für mich war es nach dem Brunello der 1. sortenreine Sangiovese und er hat mich interessiert. Zweimal nutzte ich den Besuch dieses Städtchens um ihn einzukaufen. Vom ersten Einkauf ist schon lange nichts mehr übrig, aber vom 2. ist mir eine Flasche (Nummer 3199 von 3320) geblieben. Ich habe damals 6500 Lire dafür bezahlt und es niemals bereut. Dieser Wein war mindestens das Doppelte wert. Dieser Cru Bottaccio ist dreizehn Jahre alt geworden, denn am 2. Januar 2000 habe ich ihn getrunken. Es ist immer wieder ein Erlebnis, daß nicht nur die großen Namen hervorragende Weine herstellen. Der Hobbywein eines kleinen Gutes vermag ab und an mitzuhalten. Der Weinliebhaber, der San Gimignano besucht, am Laden vorbeigeht, dann irgendwo x-tausend Lire für einen Chianti etc. bezahlt, ist selber schuld.

Villa Banfi, Montalcino

Tavernelle 1983, Cabernet Sauvignon della Toscana, Vino Rosso da Tavola
In einem kleinen Weinladen in Grosseto habe ich Mitte der 80er 2 Flaschen gekauft. Der Wein war mir aus Burton Andersons Italienführer bekannt und bei 10.000 / Flasche habe ich nicht zu viel bezahlt. 1992 habe ich eine der beiden konsumiert und dabei festgestellt, daß ich viel zu früh dran war. Diese 2. wird das Jahr 2000 überleben. Ich erinnere mich an einen noch zu robusten, nicht ausgereiften Roten, der äußerst beeindruckend war.
Der Tavernelle reift 12 Monaten in französischen Barriques und weitere 12 in der Flasche. Laut Etikett ist er für die lange Alterung bestimmt. Ja, das stimmt. Villa Banfi ist einer der renommiertesten Brunelloerzeuger.

Fattoria Artimino S.p.A., Carmignano

Carmignano DOC, Vino del Granduca 1983
Auf dieser Flasche ist noch das Etikett der Enoteca Italica Permanente di Siena oder Enoteco Italiana di Siena, wie im Internet gefunden, in der Fortezza Medicea. Dort habe ich sie, zusammen mit anderen Weinen, 1987 gekauft. An den Preis erinnere ich mich nicht, aber ich kannte diesen Wein sehr gut, habe ich doch einige Flaschen seinerzeit in meiner Weinhandlung (World of Wine in München) zu 12.80 DM gekauft. Dies ist einer meiner Lieblingsweine und ich bedauere es sehr, daß er dort nicht mehr angeboten wird.
Wer es nicht weiß: Der Carmignano nimmt für sich in Anspruch im Jahr 1716 vom Großherzog der Toskana anerkannt worden zu sein. Der Ort und damit der Bereich Carmignano liegt etwa in der Mitte zwischen Florenz und Pisa in den Colli Montalbani.
Am 31.12.1999 ist es soweit gewesen. Ich habe die Flasche vormittags ins geheizte Wohnzimmer gestellt und gegen 16 Uhr entkorkt. Der lange Korken hat keinerlei schlechten Geruch gehabt. Genauso wie der Duft, der aus der Flasche gestiegen ist. Dieser Carmignano hat die vierzehn Jahr wunderbar überstanden.

Apropos Enoteca Italiana di Siena:
Wer sich für Weine interessiert, Siena besucht und keine Zeit für den Besuch der Enoteca findet, der ist selbst schuld, wenn ihm etwas wichtiges entgeht. Ich kenne keinen anderen Ort, wo man so viele verschiedene italienische Weine sehen und zum Teil auch degustieren kann. Bei den normalen Weinen kostet das 0,1 Glas 2.000 bis 3.000 Lire, dann gibt es auch hochklassige zu verkosten. An deren Preise erinnere ich mich nicht. Aber Brunello, Vino Nobile, Chianti Riserva usw., also die toskanischen Gewächse, werden alle zur Degustation angeboten, aber auch Weine anderer Regionen.
Es heißt: "Von jedem guten Wein Italiens (!!!) gäbe es wenigstens 1 Flasche in den unterirdischen Gewölben der Enoteca. Ist hingegen ein Jahrgang eines Weines, der in der Ausstellung ist, unterdurchschnittlich, kommt dieser Jahrgang nicht in die Ausstellung und den Verkauf." Denn kaufen kann man auch, wie ich bereits geschrieben habe. Während eines Urlaubs in Apulien hatte ich einige sehr gute regionale Weine kennengelernt. Weine, die außerhalb der Region nicht zu finden sind. Ein Beispiel ist der Torre Quarto, ein hervorragender Rosso aus dem Salento in Apulien. Wir tranken damals eine Flasche zum Abendessen und es war eine große Freude, ihn 1986 zu finden und zu 4.500 pro Flasche 1 Karton kaufen zu können. Die 12. Flasche hat immerhin bis 1992 überlebt und der Wein war traumhaft gut. Also, wenn man nicht gerade die Superweine kauft, sind die Preise in der Regel human. Aber aufpassen muß man immer.

Azienda Agricola Contucci, Montepulciano

Vino Nobile di Montepulciano DOCG Riserva 1983, 13,5 %
Über den Vino Nobile brauche ich dem Kenner wirklich nichts zu erzählen. Auch diese Flasche ist die letzte eines 12er-Kartons und ich bringe es nicht übers Herz, sie zu öffnen und den Wein zu trinken. Gekauft habe ich ihn in der Cantina in Montepulciano und es muß 1987 gewesen sein. Ich weiß noch, daß ich mit dem Besitzer sprach, daß wir etwa 1 Stunde geratscht haben und daß er sehr sympathisch war. Vom Namen her ist dieser Produzent in Deutschland nicht bekannt, er dürfte auch zu den kleinen zählen, stellt aber einen sehr beachtlichen Wein her. Der Preis dürfte 15.000 Lire / Flasche gewesen sein.

Azienda Vinicola Rivera, Andria

Il Falcone Castel del Monte DOC Riserva 1984, 13 %
Aus dem Etikett: ... hergestellt aus ausgewählten Trauben der besten Lagen des Weingutes. Das Haus will mit dem Namen des Riserva an Friedrich II. (1194 - 1250), den großen Humanisten und Falkenexperten erinnern ... Il Falcone, von dem nur in den besten Jahren ein kleine Menge hergestellt wird, reift zuerst in Eichenfässern und dann in der Flasche. Vom 1984er wurden 42758 abgefüllt, diese trägt die Nummer 41882.
Die Geschichte zu diesem Wein ist, daß mein Bruder 1985 in Apulien in Urlaub war und mir einen 6er Karton auf meine Bestellung hin mitgebracht hatte. Wie bei den anderen: Der letzte Mohikaner.

Cantine Lungarotti, Torgiano

Rubesco Torgiano DOC 1988, 12 %
Dies ist nun ein sehr bekannter Name: Dottore Lungarotti ist einer der anerkannten Weinsachverständigen und seine Weine sind weltweit verbreitet und damit leider auch ziemlich teuer geworden. In den Weinführern wird natürlich immer auf sein Weinmuseum in Torgiano hingewiesen. 1988 im August war ich dort. Es zeigt die Geschichte der Weinherstellung in Mittelitalien, die bis auf die Etrusker zurückgeht. Wein an sich gibt es im Museum nicht, aber etruskische Trinkbecher, mittelalterliche Handschriften über den Weinhandel und und und.
Im Herbst 1997 konnte ich endlich den Entschluß fassen, diesen Wein zu trinken. Und es war auch höchste Zeit. Es dauerte etwa zwei Stunden, bis sich der Geschmack richtig entfaltete. Ich hatte schon gedacht, ich hätte ein paar Jahre zu lange gewartet und war dann sehr froh, dass dieser Rubesco noch seinem Namen Ehre machte. Aber das Alter war deutlich zu schmecken. Noch ein Jahr hätte er nicht überstanden.

Cascina Crosa di Pasquale Pelissero, Neive

Barbaresco DOCG 1990, 13,5 %
Im Sommer 1992 besuchte ich auf Anregung eines sehr guten Freundes, Fabrizio Secondo, diesen Winzer. Als ich ihm erzählte, wie ich zu ihm gekommen war, holte er sein Photoalbum und zeigte mir Bilder von ihm zusammen mit Fabrizio und dessen Freundin. Ich mußte mit ihm Brotzeit machen (frisches hausgemachtes Brot, Salami, Käse) und dazu verköstigten wir die Weine, die er zu der Zeit noch hatte. Vom '90er nahm ich 2 Karton (15.000 die Flasche), einer ist noch voll. Den 91er bezeichnete er selbst als 'picollo', also klein, bald zu trinken. Darum ließ ich es.
Pelissero bezeichnete sich als Bauern, als einfachen Menschen, der nichts mit dem Hochadel (Gaja, Giacosa usw) zu tun haben wollte. Sein Ziel war es, einen guten und ehrlichen Wein zu produzieren und dies ist ihm wirklich gelungen. Er sagte auch, daß er im Laufe eines Jahres seine gesamte Produktion verkaufen würde, wovon ich mich im Laufe von fast drei Stunden überzeugen konnte. Natürlich zeigt er mir auch seine Reben - es hatte wenige Tage vor meinem Besuch gehagelt und einem Nachbarn alle Trauben zerschlagen, während bei ihm nur wenig Schaden zu sehen war. Wir spazierten auf seinen Hügeln und er zeigte mir Barbaresco, das einigermaßen zu erkennen war. Ich sprach ihn auf die produzierte Menge von Barolo- und Barbarescoweinen an und fragte ihn, wie es möglich sei, daß jeder Supermarkt in Italien, Deutschland usw. diese Weine führt. Er meinte lakonisch, daß er nicht wüßte, woher die Trauben kämen, mit denen diese Weine produziert werden. Den Rest konnte ich mir denken.
Dieser 90er hat Raffinese, scheint erst ein kleiner Vertreter des Barbaresco zu sein, entwickelt aber etwa 2-3 Stunden nach dem Öffnen der Flasche genau die Eigenschaften, die diesen Nebbiolowein weltberühmt gemacht haben, großen Geschmack und großes Buquet. Ich ziehe es allemal vor, zu einem kleinen Produzenten wie Pelissero zu fahren. Ich käme nie auf die Idee, bei einem der Großen einkaufen zu wollen. Meistens bekommt man dort nicht einmal eine einzige Flasche.

Casa Vinicola Dezzani, Cocconato

Ruché di Castagnole Monferrato DOC 1992, 13 %
Dieser Wein ist eine Rarität. Er wird zwar in den Büchern (Johnson, Anderson z.B.) erwähnt, aber zu kaufen ist er nur ganz selten. In einer Turiner Weinhandlung habe ich ihn einmal gefunden und 2 Flaschen (12.000 / Flasche) gekauft. Im Frühjahr 1996 habe ich eine geleert und war begeistert. Ich wüßte nicht, welchen anderen Wein ich zum Vergleich heranziehen sollte. Unvergleichlich, von der Klasse her zwar kein Barolo, Brunello usw, aber was für ein Charakter! Ich hoffe, daß dies auch für die anderen Vertreter seiner Art gilt. Probieren.