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Die Alzheimer-
Krankheit

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ForgetMeNot.gif The Alzheimer's
Disease

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Krankheitsstadien bei der Alzheimer'schen Krankheit

Es gibt viele Möglichkeiten um den Verlauf der progressiv fortschreitenden Alzheimer Krankheit in Stadien einzuteilen. Viele Pflegepersonen haben das nachfolgende Schema bei der Fürsorge und Pflegepanung als nützlich empfunden.

(Übernommen von Reisberg, B., Ferris, S.H., Leon, J.J. & Crook, T. Die allgemeine Krankheitsverlaufsskala für die Einschätzung von primären degenerativen Demenzerkrankungen. American Journal of Psychiatry, 1982)

Stadium 1

Kein Verlust kognitiver Fähigkeiten *(s.Erl.)
  • Keine subjektive Beschwerden über Gedächtnisstörungen.
  • Defizite der Gedächtnisleistung sind auch bei klinischen Interviews nicht augenscheinlich.

Stadium 2

Sehr geringer Verlust der kognitiven Fähigkeiten (Vergesslichkeit)
  • Subjektiv werden Gedächtnisstörungen wahrgenommen, die häufigsten sind:
    • Vergesslichkeit beim Wiederfinden häuslicher Gegenstände;
    • Vergesslichkeit in Bezug auf Namen ehemals gut bekannter Personen.
  • Bei klinischen Untersuchungen sind objektiv keine merklichen Veränderungen der Gedächtnisleistung bemerkbar.
  • Auch bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit, und im persönlichen sozialen Umfeld sind objektiv keine Defizite feststellbar.
  • Angemessener Zeitpunkt um die Symptome weiterhin zu beobachten.

Stadium 3

Sehr leichter Verlust der kognitiven Fähigkeiten (beginnende Verwirrungen).
  • Erstmalige klar erkennbare Fehlleistungen.
  • In mehr als einem der folgenden Bereiche treten Fehlleistungen auf:

  • z.B.:
    1. Der Erkrankte findet sich an unbekannten Orten nicht mehr zurecht (verläuft sich, findet nicht zurück);
    2. Kollegen fällt eine relative Verschlechterung der Leistung des Erkrankten auf;
    3. Wort- und Namensfindungen fallen den Betroffenen schwerer; dies wird meist nur im engeren sozialen Umfeld bemerkt;
    4. Der Erkrankte vermag nur noch reduziert Inhalt von Gelesenem behalten;
    5. Der Erkrankte zeigt verringerte Fähigkeiten im Hinblick auf die Erinnerung von Namen neu kennengelernter Menschen;
    6. Der Erkrankte kann wertvolle Gegenstände verlegen oder verlieren;
    7. Konzentrationsverluste sind bei klinischen Untersuchungen feststellbar.
  • Eine objektive Feststellung zur Verschlechterung der Gedächtnisleistungen kann man nur mit einem intensiven Interview erhalten.
  • Das Leugnen der Defizite wird beim Erkrankten zunehmend deutlich.
  • Ängstlichkeiten in geringer bzw. gemässigter Form begleiten alle Symptome.

Stadium 4

Mäßige kognitive Einbußen (spät auftretende Verwirrungen).

  • Verluste des logischen Denkens sind bei sorgfältigen klinischen Interviews deutlich feststellbar.
  • Die Verluste sind hauptsächlich in folgenden Bereichen feststellbar:
    1. Wissensrückrang über gegenwärtige und kurzzeitig zurückliegende Ereignisse;
    2. Feststellbar sind Gedächtnislücken um personenbezogene Vergangenheitsgeschichte
    3. Konzentrationsmängel führen zu weiteren sich fortsetzenden Minderungen;
    4. Nachlassende Fähigkeiten sich alleine örtlich zu orientieren, Finanzen zu regeln, etc.
  • Häufig liegen keine Einschränkungen in den folgenden Bereichen vor:
    1. Orientierung zu Zeit und Personen;
    2. das Wiederkennen bekannter Personen und Gesichter;
    3. die Fähigkeit bekannte Orte aufzusuchen;
  • Komplexe Aufgaben können nicht umgesetzt werden.
  • Verneinungsverhalten, das Leugnen der Defizite, zeigt sich als dominanter Abwehrmechanismus.
  • Antriebslosigkeit und ein Rückzug bei aktuell fordernden Situation sind feststellbar.
  • Stadium 5

    Mittelschwere kognitive Verluste (Demenz Anfangsstadium).
    • Der Erkrankte kann nicht länger ohne Hilfe im Alltag zurechtkommen.
    • Der Erkrankte ist bei Befragen nicht fähig, Auskunft über aktuelle, wichtige Aspekte seines Alltagslebens zu geben. Lang bekannte Adressen, Telefonnummern, Namen von engen Familienmitgliedern (z.B. Enkelkinder), Name der Schule und Universität können nicht mehr genannt werden.
    • Häufig besteht eine zeitliche Desorientierung in Bezug zur Zeit (Datum, Wochentag, Jahreszeit, usw.) , möglicherweise auch zum lokalen Ort.
    • Auch gebildete Menschen können Schwierigkeiten haben, von 40 in Vierer-Schritten rückwärts zu zählen, oder von 20 in Zweier-Schritten.
    • Erkrankte in diesem Stadium haben noch Erinnerungsvermögen an wichtige Dinge, die sie und andere betreffen.
    • Es besteht Klarheit zum eigenen Name und der Namen der Lebenspartner und Kinder.
    • Die Erkrankten benötigen noch keine Unterstützung bei Toilettengängen und Essensaufnahme; möglicherweise bestehen Schwierigkeiten bei der Auswahl sauberer Kleidung.

    Stadium 6

    Schwere kognitive Verluste (Mittlere Demenz)
    • Der Erkrankte mag gelegentlich den Namen des Lebenspartners vergessen, von dem sein Überleben vollständig abhängt.
    • Weitestgehenst sind den Erkrankten aktuelle Ereignisse und Erfahrungen nicht bewußt.
    • Das Wissen über die Vergangenheit in ihrem Leben ist zeitweise vorhanden, dies ist jedoch bruchstückhaft.
    • Generell sind sich die Erkrankten weder ihrem Umfeld, noch dem Jahr, der Jahreszeit, u.s.w. bewußt.
    • Meistens bestehen Schwierigkeiten beim Zählen; von 10 zurück und manchmal aufwärts bis 10 zu zählen.
    • Die Erkrankten benötigen Unterstützung in Dingen des täglichen Lebens, können inkontinent sein, benötigen Hilfe, um sich örtlich zurechtzufinden. Das Auffinden bekannter Orte wird manchmal möglich sein.
    • Häufig ist der Tag-Nacht Rhythmus gestört.
    • Der eigene Name wird ständig wiederholt.
    • Häufig beginnt in diesem Stadium, daß eine Unterscheidung zwischen bekannten und unbekannten Personen im persönlichen Umfeld nicht mehr möglich ist.
    • Persönlichkeitsveränderungen und emotionale Schwankungen treten auf.
    • Diese sind sehr unterschiedlich und beinhalten:
      1. von Wahnvorstellungen geprägtes Verhalten, z.B., Erkrankte beschuldigen den Lebensgefährten als Betrüger; sprechen im Umfeld mit nicht vorhandenen Personen oder zum eigenen Spiegelbild;
      2. zwanghafte Symptome, z.B., der Erkrankte wiederholt permanent einfache Reinigungstätigkeiten
      3. von Ängsten und Erregungszuständen geprägtes und früher nicht vorhandenes gewalttätiges Verhalten tritt auf
      4. Vollkommener Verlust der kognitiven Fähigkeiten u.a., Verlust des Willens, weil der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, einen Gedanken lange genug zu haben , um diesen in eine erfolgreiche Tat umzusetzen.

    Stadium 7

    Sehr schwerer Verlust der kognitiven Fähigkeiten(Endstadium der Demenz).
    • Alle verbalen Fähigkeiten sind verloren.
    • Häufig ist Sprache überhaupt nicht mehr vorhanden - einzig grunzen.
    • Es besteht Urininkontinenz, Hilfe ist beim Essen und bei Toilettengängen ist notwendig.
    • Grundlegender Verlust der psychomotorischen Funktionen, u.a. Fähigkeit des Gehens, Sitzens und Kopfhaltung.
    • Der Geist scheint nicht länger in der Lage zu sein, dem Körper zu sagen, was er tun soll.
    • Allgemeine und gehirnrindenabbaubedingte neurologische Anzeichen und Symptome sind häufig vorhanden.


    *Erläuterung: Was sind kognitive Fähigkeiten?:

    Dies betrifft Logisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, Denken in Alternativen, Lernfähigkeit, Urteils- und Entscheidungsfähigkeit

    Die Übersetzung aus dem amerikanischen ist von pflegenden Angehörigen ausgeführt worden und kann fachlich nicht 100%ig korrekt sein. Bessere Formulierungen, Korrekturen sind sehr willkommen

    © der deutschen Übersetzung 1999 & 2000 Mary-Anne Kübel, Marina Frischkorn und Werner Saumweber

    Presented by Werner Saumweber, 29. Januar 2000
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