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Science Fiction und Fantasy
Neuerscheinungen im September 1997
Auch dieses Mal sind es wieder sechs TBs. Ganz ungewöhnlich ist, daß 3 Einzeltitel und 3 Titel aus Zyklen sind.
Alle Autoren sind mir gut bekannt: Oldtimer Gordon R. Dickson, Vielschreiber Alan Dean Foster, Anne McCaffrey, die
äußerst erfolgreiche Lois McMaster Bujold und der Newcomer Stephen Baxter.
Und dann: Der Titel von Lois ist Fantasy, desgleichen die beiden Dickson. Also auch hier 3 : 3. Viel Spaß!
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Anne McCaffrey
Lyon (Lyon's Pride). 4. Roman des Rowan-Zyklus.
382 Seiten. TB Heyne 0605625. Science Fiction
Mit diesem Band geht der Rowan-Zyklus zu Ende. Oder nicht? Da ist doch noch die Insektenkönigin in der Mondbasis.
Sollen wir denn nicht erfahren, ob es den Talenten gelingt, sich mit ihr zu verständigen? Ja und nein. Wenn dabei
ein guter, interessanter Roman herauskommt, wäre ich dafür. Wenn es nur darum ginge, die Familiensaga um
einen oder mehrere Bände zu erweitern, würde ich darauf verzichten. Meinem Gefühl nach, ist diese Welt
ausgereizt, aber hat so nicht der eine oder andere auch beim Pern-Zyklus gedacht? Und dann hat MC Preise dafür
bekommen. Es fällt schon auf, wie sich manche Autoren/innen alle Möglichkeiten offenhalten. Insgesamt ist
dieser Zyklus lesenswert, und zwar für die Leser, die gerne Geschichten über Menschen lesen, in denen die
Technik zwar vorkommt, aber nicht um ihrer selbst Willen. *** bis ****
(31. August 1997)
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Alan Dean Foster
Schlangenaugen (Who needs Enemies). Erzählungen.
204 Seiten. TB Heyne 0605670. Science Fiction
Das Copyright-Datum dieser 8 Stories ist 1984, es sind also schon einige Jahre vergangen, seit sie veröffentlicht
wurden. Nicht alles von ADF kann als hochklassig bezeichnet werden, aber wenn er will, kann er wirklich sehr unterhaltend
erzählen. Und dies tut er bei den Stories in diesem TB. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht die eine oder andere in
einer Sammlung bereits gelesen habe, wie z.B. die erste "Weihnachten auf dem Sumpfplaneten". Aber das will
ich nicht negativ bewerten, finde ich doch alle Stories sehr gelungen. *** bis ****
(28. September 1997)
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Lois McMaster Bujold
Fiamettas Ring (The Spirit Ring).
447 Seiten. TB Heyne 0605895. Fantasy
Nun habe ich also den ersten Roman von LMMB, der nicht zum Barrayar-Zyklus gehört, gelesen und bin begeistert.
Ich verstehe es allerdings, wenn der eine oder andere den Roman zwar gut, aber nicht so gut findet.
Bujold trifft bei mir gleich mehrmals: Der Roman spielt in Italien in der Gegend des Gardasees und der Vater Fiamettas
hat ein historisches Vorbild namens Benvenuto Cellini (im Nachwort des Übersetzers dazu mehr). Benvenuto Cellini
hat schon andere Schaffende zu einem Meisterwerk angeregt wie zum Beispiel Hector Berlioz, dessen Werk in Deutschland
weiten Kreisen noch nicht so bekannt ist. Wir haben also ein mittelalterliches Italien, eine schöne junge Frau namens
Fiametta, deren Vater Goldschmied und (weißer) Magier ist, gute und böse Adlige und Soldaten, schwarze
Magier, Kobolde und letztendlich eine Liebesgeschichte. Die Zutaten sind dem geübten Leser also nicht neu. Es bedarf
nur noch der Erzählkunst einer Lois McMaster Bujold und man hält ein Buch in Händen, das man nicht
mehr weglegen möchte. Und wenn man es dann gelesen hat, ist man traurig, daß es schon zu Ende ist. Mehr,
mehr, mehr!!! **** bis ***** (20. September 1997)
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Gordon R. Dickson
Die Nacht der Drachen (The Dragon and the George). 1. Roman des Drachenritter-Zyklus.
351 Seiten. TB Heyne 0605902. Fantasy
Auf der Rückseite lese ich Deutsche Erstausgabe, auf Seite 3 Neuausgabe
und auf Seite 4, daß dieser Roman unter der Nummer 3769 im Jahre 1980 in der gleichen Reihe schon
einmal erschienen ist. Demnach habe ich diesen Roman also vor 17 Jahren schon einmal gelesen und er steht eingeordnet
im Regal. Richtig. Auf dünneres Papier mit einer kleineren Schrift gedruckt, hat er gerade mal 287 Seiten und auf der
Rückseite lese ich: Für den vorliegenden Roman wurde der Autor mit dem E.E.Smith Memorial Award for
Imaginative Fiction und mit dem August Derleth Award ausgezeichnet. Wir erleben selten, daß ein Verlag
darauf verzichtet, die Preise zu erwähnen, aber soviel Text hat wohl nicht in das Cover-Konzept gepaßt.
Auch der Klappentext wurde deutlich reduziert und damit auch die Informationen über den Inhalt.
Während der Lektüre hatte ich nur ein paar Flashbacks, keine präzisen Erinnerungen. Bei den
hervorragenden Romanen weiß ich auch nach 17 Jahren noch etwas vom Inhalt, wenn ich nur den Titel sehe, was
bei Nacht der Drachen nicht eingetreten ist. Es dauert seine Zeit, bis sich eine unterhaltsame
Geschichte entwickelt. Zu seiner Zeit war einiges an Neuem enthalten, geblieben ist u.a. die gute Idee der
Revisionsabteilung, der übergeordneten Macht, der alle Magier Gehorsam leisten müssen. Vor
allem begeht Dickson nicht den Fehler, sie zu überstrapazieren, läßt einiges offen, was deutlich macht,
daß er damals schon an mehrere Bände gedacht hatte. Alles in allem ist dies ein ordentliches Buch, aber nichts
besonders. *** bis ***(*) (20. September 1997)
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Gordon R. Dickson
Der Drachenritter (The Dragon Knight). 2. Roman des Drachenritter-Zyklus.
621 Seiten. TB Heyne 0605904. Fantasy
1976 hatte Dickson Nacht der Drachen veröffentlicht. 14 Jahre hat es dann gedauert, bis die
damals bereits geplante Fortsetzung in den USA herauskam und dann nocheinmal 7 Jahre bis sie auch Deutschland
erreicht hat. Daß sie bei Heyne erschienen ist, finde ich durchaus positiv. Wie sich ein Amerikaner unserer Zeit, der
sich durch Magie in einen Drachen verwandeln kann, zusammen mit seiner, auch aus unserer Zeit stammenden Frau, in
der mittelalterlichen Welt Englands behauptet, beschreibt Dickson mit Ironie und vielen Einzelheiten. Er ist zwar als
Magier nur viertklassig, aber der Leser erkennt schnell, daß es sich bei dieser Einstufung nur um eine
vorübergehende handeln kann und daß unser Held zu höherem berufen ist. In diesem Band geht es aber
(noch?) nicht ohne die Hilfe des EinsPlus-Magiers Carolinus, von dem wir auch erfahren, was es mit der Revisionsabteilung
auf sich hat. Auch wenn da noch einiges offen bleibt.
Ganz klar: Wem der erste Band gefallen hat, wird an diesem 2. noch mehr Gefallen finden.
**** (20. September 1997)
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Stephen Baxter
Anti-Eis (Anti-Ice).
318 Seiten. TB Heyne 0605891. Science Fiction
Mein Blick schweift immer wieder auf die Rückseite des neben mir liegenden Buches und bleibt auf der Zeile
" Der beste Alternativwelt-Roman, der je von einem englischen Autor geschrieben wurde." - New Statesman
hängen. Warum immer diese Superlative? Bei mir hinterlassen sie in der Regel einen schalen Geschmack
und dem Buch wird damit kein Gefallen getan.
Anti-Eis ist ein guter Roman, allerdings mit Schwächen. Ich kann mir vorstellen, daß der
dem 19. Jahrhundert und seiner Denkweise angepaßte Stil nicht jedermanns Sache ist. Die Grundidee ist, daß
dem Britischen Weltreich ein Vorrat an Antimaterie zu Verfügung steht, mit dem sowohl eine Schwebebahn durch
ganz Europa betrieben, als auch mit einer Granate die Stadt Orleans zerstört werden kann. Der Name Anti-Eis
soll besagen, daß diese Antimaterie bei Temperaturen um den Nullpunkt stabil ist. Bei höheren gibt es dagegen
eine, einer Kernexplosion gleichende, Explosion. Diese Kraft würde ich keinem Politiker unserer Zeit anvertrauen,
geschweige denn einem Bismarck oder Gladstone (ist der historisch?). Es kann also nur Krieg geben und dank des Anti-Eis
wird er von England gewonnen. Sicher kann man das alles als "Warnung an die Welt" verstehen, ist aber doch
auch selbstverständlich. Wer einen Roman im Stile Jules Vernes lesen will, dem sei dieser empfohlen. Wen dies alles
überhaupt nicht interessiert, was ich verstehen könnte, der läßt besser die Finger davon.
*** bis ***(*) (20. September 1997)
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