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Science Fiction und Fantasy
Neuerscheinungen im Juni 1997
Der Heyne-Spitzentitel des Monats (Hardcover) ist Norman Spinrad's Bilder um 11. Da liegt Heyne sicher richtig, aber ich
freue mich auch auf die anderen Romane. Ich vermute, daß der schwächste wohl der Roman aus der Magic
die Zusammenkunft TM-Reihe sein wird. Bernhard Hennen's Trilogie in der DSA-Reihe hat mir sehr gut
gefallen und wenn ein Autor 500 Seiten vorlegen darf, hat das wohl seine Bedeutung. Ich werde ja bald wissen, ob
ich richtig liege.
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Anna McCaffrey
Rowan (The Rowan). 1. Roman des Rowan-Zyklus.
381 Seiten. TB Heyne 0605622. Science Fiction
Ja, auch ich bin ein Fan der Pern-Romane und da war ich schon gespannt, was uns die Autorin in diesem neuen Zyklus
bieten würde.
Wir finden eine Menschheit, die andere Planeten ferner Sonnen besiedelt hat, die Talente hervorgebracht hat, die
den interstellaren Transport von Mensch und Materie mittels Teleportation und Telekinese geschehen lassen, in der
Telepathie und andere Geisteskräfte alltäglich sind. Und dann ist da Rowan, die Hauptperson, die dem Zyklus
den Namen gibt. Dies ist kein neues Szenario, ähnliches wurde schon einige Male geschrieben, aber McCaffrey
macht auch hier eine gute Figur. Ihre Darstellung der Akteure ist sehr menschlich und lebendig und macht das ganze
lesenswert. **** |
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Jennifer Roberson
Der Flug des Raben (Flight of the Raven). 7. Roman des Cheysuli-Zyklus.
541 Seiten. TB Heyne 0605877. Fantasy
Ich sitze vor dem PC und überlege, was ich über diesen Zyklus noch schreiben kann ohne mich zu
wiederholen. Alles positive, was ich über die anderen Bände geschrieben habe, trifft auch auf diesen zu.
Nur bei einer Szene habe ich mir gewünscht, daß JR etwas anderes eingefallen wäre. Ich bin mir sicher,
daß jeder, der dieses Buch liest, das selbe denken wird.
Überraschend ist für mich der Protagonist des Romans. Nicht Kellys Nachkomme, wie ich nach dem 6. Band mir
vorgestellt hatte, tritt in den Ring, sondern der Sohn Brennans, des Thronfolgers. Kelly war wichtig, um gegen die Ihlini
etwas zu unternehmen, aber bei Aidan kommt zu den Cheysuligaben noch eine neue Gabe hinzu. Dies könnte ein
entscheidender Punkt in der Auseinandersetzung mit dem Geschwistervolk werden. Ich lasse mich auch weiterhin gerne
überraschen. ****. |
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Poul Anderson
Die Chroniken der Zeitpatrouille (The Time Patrol).
863 Seiten. TB Heyne 0605661. Science Fiction
PA steht für unterhaltsame Romane. Wenn es um die Zeitpatrouille geht, kommt noch ein profundes Wissen der
menschlichen Geschichte hinzu und beides zusammen ergeben äußerst kurzweilige, spannende SF mit
Überraschungen. Da lesen sich 863 Seiten wie nichts. Also keine Angst vor der Seitenzahl, die Lektüre lohnt
sich allemal. "Wenn mich jemand fragt: >Welchen SF-Roman soll ich einem Freund schenken, der keine SF liest?<
- dann rate ich zu diesem." sagt laut Heyne ein David Drake, den ich nicht kenne, dem ich aber absolut zustimme.
**** (24. Juni 1997) |
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Jak Koke
Funkstille (Dead Air). ShadowrunTM Band 25.
364 Seiten. TB Heyne 0605667. Science Fiction
Ja, manchmal fühle ich mich wie ein richtiger ShadowrunTM-Fan. Nämlich nach der Lektüre
von Romanen wie diesem. Neue, gute Ideen, Spannung und Action zusammen mit dem gewohnten Sujet machen diesen
Roman für mich zu einem guten Verteter der Serie. Als ich auf dem Rückumschlag von den Combatbikern las,
dachte ich: "Oh je, was das wohl wird?" (Ich mußte an das zweitklassige Rollerball denken.) Dann
habe ich festgestellt, daß diese "Sportart" nicht die Hauptrolle spielt und ich im Gegenteil gute
Beschreibungen im Bereich der Magie etc. zu lesen bekam. Sicher, die Romane laufen in etwa alle nach dem gleichen
Schema ab: Runner (die Guten) werden von Konzernexecs (den Bösen) für aussichtslose Unternehmungen
angeheuert, ein paar verabschieden sich, die Protagonisten kratzen gerade so die Kurve und zum Teil gelingt es ihnen
auch, Rache zu nehmen. Western, Detektivroman (exemplarisch Marlow), Abenteuerroman, SFuF-Action: Die Bilder
gleichen sich. **** (26. Juni 1997)
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Norman Spinrad
Bilder um 11 (Pictures at 11).
669 Seiten. HC Heyne 0605664. Science Fiction
"Der UNO-Umweltgipfel in New York geht ohne schriftliche Abschlußerklärung zu Ende."
Meldung in der Rundschau des BR am 28. Juni 1997 um 18:45
Wenn alle Teilnehmer vor der Sitzung "Bilder um 11" gelesen hätten, vielleicht wäre es etwas anders
gekommen? Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich diese Nachricht höre und ich bin
sicher, allen, die während dieser Woche dieses Buch gelesen haben, geht es genau so.
Als Vorwort zum Roman druckt Heyne Pressestimmen ab und ich möchte "The New York Times Book Review"
zitieren: Dieses Buch werden Sie nicht mehr aus der Hand legen können, wenn Sie einmal zu lesen begonnen
haben. Man könnte es als Ökothriller bezeichnen, aber Bilder um 11 von Norman Spinrad ist noch viel
mehr. Es handelt vom Fernsehen, von fanatischen Ökoterroristen und Ehrgeiz. Es handelt davon, wie das Fernsehen
ein Massenpublikum manipulieren kann. Es handelt von schwachen Politikern und schäbigen Eignern von
Fernsehsendern. Es handelt von der Arbeitsweise des FBI und der CIA. Es handelt von einem formidablen Agenten, der
mächtiger zu sein scheint als der Präsident der Vereinigten Staaten. Es versprüht ein grimmige Komik und
ist satirisch, lebendig, traurig und scharfsinnig. Und es ist glänzend geschrieben.
Dies ist alles richtig und um eine bekannte Stimme zu zitieren: Ein wichtiges Buch und da es eigentlich keine
Science Fiction ist, spricht nichts dagegen, daß diese Runde sich des Buches annimmt.
Das einzige erfundene Element ist der Überfall der Ökoterroristen auf KLAX, einen lokalen,
unbedeutenden Fernsehsender in LA. Alles andere, die Zerstörung des letzten Regenwaldes in der nördlichen
Hemisphäre (in der Provinz British Columbia, Canada), die Manipulation der Massen durch das Fernsehen (vor allem
durch TED-Umfrageergebnisse), und und und, sind absolut real.
Hat der Heyne-Verlag es geplant, daß das Buch im Monat dieser Konferenz erscheinen würde? Im Wissen,
daß sie genau so ausgehen würde, wie es geschehen ist? Wenn ich daran denke, daß Mr. Clinton in seiner
Rede eingeräumt hat, daß es nicht in seiner Macht steht, den Kohlendioxidausstoß der USA durch Gesetze
zu reduzieren, dann ist es nicht mehr schwer mir vorzustellen, wie sich die Klimabedingungen in den nächsten Jahren
verschlechtern werden. Denn Deutschland schafft es ja auch nicht und ich denke doch, daß wir Deutschen dieses
Problem ernstnehmen, seit Jahren ernster als alle unsere Nachbarn. Und ganz schlimm wird es der Ostküste der USA
gehen, denn die Anzahl und die Stärke der Hurricans wird zunehmen. Aber das interessiert die Shareholder wohl nur
insofern, daß die Versicherungsprämien steigen werden.
Jetzt laße ich es gut sein. Vielleicht wird aus diesem Text einmal eine eigene Rubrik unter meinen Seiten. Deine
Meinung, lieber Leser, zu dem von mir hier geschriebenen, fände ich sehr interessant. Also Corraggio, schreib' mir!
***** (28. Juni 1997)
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Mike Resnick
Die Einhornpirsch (Stalking the Unicorn: A Fable of Tonight).
336 Seiten. TB Heyne 0605897. Fantasy
Bisher hatte ich von M.R. die beiden bei Heyne erschienen Romane "Santiago" (0605038 - gut) und "Elfenbein"
(0605244 - sehr gut) gelesen. Beide gehören zur Science Fiction, wogegen der vorliegende ein Fantasy-Roman ist.
Ich lese beide Genre gern, darum kann es nicht daran liegen, daß mir die "Einhornpirsch" weniger gut
gefällt. Gegen die Idee, die Protagonisten ist nichts zu sagen. Aber ich denke, daß einige Kapitel zu langatmig
ausgefallen sind. Vor allem dauert es sehr lange, bis die Handlung in Schwung kommt. Daher ist dieses Buch für
mich nur Durchschnitt, also ***. (4. Juli 1997)
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Bernhard Hennen
Das Gesicht am Fenster. Das Schwarze Auge 24. Roman.
500 Seiten. TB Heyne 0606024. Fantasy
Bernhard Hennen hat mich nicht enttäuscht. Er hat einen sehr lesbaren Roman geschrieben, der den Vergleich mit
der internationalen Fantasy nicht zu scheuen braucht. Überaus positiv empfinde ich die sehr gute Beherrschung der
deutschen Sprache und Grammatik. Etwas, was man heute leider nicht von allen Autorinnen/en behaupten kann.
Beim Lesen hatte ich aber manchmal das Gefühl, daß er es (literarsich gesehen) noch besser hätte
machen können. Ich will nicht analysieren, was dieses Gefühl bei mir hervorgerufen hat. Denn insgesamt ist
dies ein empfehlenswerter Roman und preisgünstig ist er auch noch (12.90 bei 500 Seiten). "Weiter so, lieber
Bernhard, wenn es Dir gelingt so weiter zu schreiben, wirst Du ganz nach vorne kommen."
**** bis *** (10. Juli 1997)
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Teri McLaren
Das Lied der Zeit (Song of Time). MAGIC Die Zusammenkunft TM Band 9.
331 Seiten, TB Heyne 0606609. Fantasy
Meine Bemerkung, daß dieser wahrscheinlich der schwächste Titel sein würde, trifft zu. Es ist kein
schlechtes Buch, aber zu oft wußte ich einfach, wie die Handlung voranschreiten würde. Auch ich freue mich,
wenn ich recht habe, aber nicht, wenn es sich um einen Fantasy-Roman handelt, der eigentlich mich überraschen
sollte. Die Story ist nicht schlecht, die Protagonisten sind einigermaßen beschrieben und ein großer Autor
hätte daraus einen tollen Zyklus gemacht. So ist es (nur) Durchschnitt. Wer ist anderer Meinung?
*** (10. Juli 1997)
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