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Science Fiction und Fantasy

Neuerscheinungen im März 1997

Von den Märzneuerscheinungen bei Heyne habe ich 8 TBs genommen. Von den 8 sind 5 Teile einer Serie bzw. eines Zyklusses. Es sieht zwar im Vergleich zum Februar besser aus, aber trotzdem finde ich den Anteil der Serien ziemlich hoch. Hauptsache, die Bücher sind gut, was sich im Laufe der nächsten Wochen zeigen wird.
Dann sind noch zwei Bücher dazugekommen: Der neue Orson Scott Card (Der Reisende) bei Bastei Lübbe und der neueste Roman von Peter Straub, den ich besonders liebe.

Schwerter

Jennifer Roberson: Die Fährte des weißen Wolfes (Track of the White Wolf). Cheysuli-Zyklus Band 4. 509 Seiten. TB Heyne 06/5674 Fantasy

Auch dieser 4. Cheysuli-Roman ist verschlungen und verspricht eine genau so spannende Fortsetzung. Ich bin gespannt, ob Jennifer Roberson im 5. die nächste Generation agieren läßt, liegt diese am Ende des 4. noch in der Wiege und die anstehenden Probleme können nicht erst in 15 Jahren angegangen werden. Mordet doch eine, vom bösen Gegenspieler aus dem Volk der Ihlini gesandte Seuche zwar auch Homaner aber hauptsächlich Cheysuli. Wird nicht bald ein Gegenmittel gefunden, wird es im 6. Band keine Cheysuli mehr geben. Nun, alles liegt in den Händen der Schöpferin dieser Welt, Jennifer Roberson und sie wird es schon richten. Weiterhin **** mit Tendenz nach oben.

Schwerter

David Wingrove: Ungeheuer der Tiefe (The Stone within Chung Kuo - Book Four). Chung Kuo-Chronik Band 7 (von 16). 428 Seiten. TB Heyne 06/5257 Science Fiction

Nach dem nächsten Band, dem 8., werde ich die Hälfte der Chronik des Chung Kuo gelesen haben. Aber wo bekomme ich den Chip einoperiert, der mir die Daten aller Romane zur Verfügung stellt? Ich weiß doch gar nicht mehr, was im 6. los war, nur schemenhaft. Wenn Wyngrove nicht wirklich gut schreiben würde, nicht gute Ideen hätte, ich hätte schon den 2. nicht mehr genommen. 16 Bände!!! Menschen werden vorgestellt nur um 10 Seiten später wieder von der Bildfläche zu verschwinden (Exitus, gewaltsam). Von Überblick konnte schon am Ende des 1. Bandes kaum mehr die Rede sein, geschweige denn jetzt nach dem 7.
Eine Internet-Chat-Diskussion im Februar hatte das Thema (ich zitiere aus der eMail von Janice Mars): Have you been caught in the scaled grip of a Trilogy, Tetralogy, or :::shudder::: Series? Are we seeing the effects of WordProcessingItis in the SF community? Or could it be that technology has finally made it possible for writers to fullfill their epic dreams?
Ja, wir sehen das Resultat der Textverarbeitung und ja, die Technologie macht solche Monsterwerke möglich. Gut, früher hat der Autor 100e von Karteikarten ausgefüllt und dort die Informationen zu Personen, Orte usw. gesammelt. Bei einem Projekt wie dieser Chronik wäre der Autor nur noch mit Suchen und Nachschauen beschäftigt, zum Schreiben käme er nicht mehr. Davon bin ich überzeugt.
Wie Du, lieber Leser, sicher bemerkst, habe ich hier meine Probleme. Wenn diese Romane nicht flüßig zu lesen, nicht unterhaltend und spannend wären, hätte Wingrove nicht perfekt in Hinsicht auf das Szenario, die Protagonisten gearbeitet, dann stünde an dieser Stelle der Text zu einem anderen Buch. ****

Schwerter

George R.R. Martin (Hrsgbr): Wilde Joker (Wild Cards III). Wild Cards Band 5. 542 Seiten. TB Heyne 06/5605 Science Fiction

Ich erinnere mich noch gelesen zu haben, daß in den USA die neue Mode der Shareworld-Romane aufgekommen war. Die Romane George R.R. Martins, des Initiators der Wild Cards, haben mir immer schon gefallen und diese Meldung fiel in die Zeit, in der ich Armaggeddon Rock gelesen hatte und davon begeistert war (hing sicher mit der Rockmusik zusammen). Mutanten mit übernatürlichen Kräften gibt es in der SF schon sehr lange; ich denke, seit die Gefahr der radioaktiven Strahlung und ihrer Wirkung auf das Erbgut der Lebewesen erkannt wurde. GRRM und seine Mitautoren (Lewis Shiner, Victor Milan, Edward Brynt & Leanne C. Harper, Stephen Leigh und John J. Miller) haben ihre Protagonisten zum einen Teil mit (mir nicht neuen aber) so noch nicht beschriebenen Fähigkeiten, zum anderen Teil ganz neu erdachten ausgestattet. Also auf keinen Fall: "Alles schon mal dagewesen!", was manchem dazu einfallen mag. Die Handlung ist in weiten Teilen überraschend, es werden dem Leser der ersten vier Bände bekannte Asse aus dem Verkehr gezogen - teilweise auf nicht sehr schöne Art. "Wilde Joker" ist ein spannender SF-Roman, der mir zwar gut gefallen hat, aber auch einen schalen Nachgeschmack hinterläßt. Der Todfeind der - mehr oder weniger - guten Asse ist der Astronom. Er bezieht seine Kraft aus den Seelen der Frauen, die er zuerst vergewaltigt und dann während dieses erzwungenen Geschlechtsverkehrs auf bestialische Weise schlachtet. Ich lese so etwas nicht gern und bin sehr damit einverstanden, daß es Fortunato, dem stärksten As gegen Ende des Buches gelingt, den Astronomen ...........*** bis ****

Schwerter

Sharon Shinn: Im Zeichen der Weide (The Shape-Changer's Wife). 223 Seiten. TB Heyne 06/5634 Fantasy

"Ein Juwel der High Fantasy!" verspricht uns der Klappentext. "... Da weiß jemand, wie man Fantasy schreibt." Ein schönes, kurzweiliges, 220 Seiten dünnes TB, das relativ wenig Anforderungen stellt. Es möchte gelesen werden und unterhalten. Dies gelingt ihm sehr gut. Ein Dutzend Namen, keine aufwendige Geographie mit x Königreichen, keine Heldenkrieger und keine Schlachten. S.S. konzentriert sich auf das Wesentliche und erzählt uns eine Geschichte, die man noch vor ein paar Jahren ganz einfach als Märchen bezeichnet hätte. Dies ist ein zauberhaftes Büchlein, das ich nur empfehlen kann. ****

Schwerter

Harry Harrison & Marvin Minsky: Die Turing Option (The Turing Option). 539 Seiten. TB Heyne 06/5647 Science Fiction

War "Die schweigende Stadt" die Nacht, so ist "Die Turing Option" der strahlende Tag, eines der Bücher, die sich nicht weglegen lassen, bevor nicht die letzte Seite gelesen ist. Altmeister H.H. hat sich für diesen Roman den richtigen Mitautor geholt: Einen Spezialisten für Künstliche Intelligenz. Und dies war wohlgetan. Für mich als EDV-Insider ist dies ein sehr unterhaltender Stoff. M.M. hat eine klare Vorstellung, wie KI (im Buch später MI für Maschinenintelligenz) sich entwickeln könnte und H.H. verpackt diese in eine Thrillerhandlung. Klar, daß dem ehemaligen Leiter des Institutes für Künstliche Intelligenz am Massachusetts Institute of Technology (MIT) nicht die Fehler unterlaufen, die mir in anderen Romanen, in denen Computer, Programme usw. ein wichtige Rolle spielen, des öfteren begegnet sind.
Der Laie wird Probleme haben, die technischen Details zu verstehen, aber ich glaube, daß dieser Roman so spannend ist, daß auch er vom diesem "High-Tech-Thriller" (sagt Heyne), mitgerissen wird. Also: Keine Angst, dieser Ausblick auf eine mögliche technische Entwicklung ist wirklich interessant, auch wenn ich nicht verschweigen möchte, daß der Roman die eine oder andere Schwäche hat. Aber insgesamt ****.

Schwerter

Niels Gaul: Steppenwind. Das Schwarze Auge Band 25. 229 Seiten, TB Heyne 06/6025 Fantasy

"Lieber Niels Gaul, da sind Dir aber die Gäule durchgegangen! Wieviele Wochen hast Du sie mit Hafer und nichts anderem gefüttert? Du hast mich sofort davon überzeugt, daß Du ein profundes Wissen über DSA Dein Eigen nennst. Aber mußt Du denn die armen Leser (also auch mich) damit in Grund und Boden stampfen? Dreimal habe ich Deinen Roman zur Seite gelegt, entschlossen, es damit genug sein zu lassen. Doch habe ich ihn wieder zur Hand genommen, denn daß Du erzählen kannst, hatte ich kapiert. Auch wollte ich schon wissen, wohin Dich Deine Feder getragen bzw. welches Ende Dir die Muse zugetragen hat. Mein inständige Bitte: Setz Dich zwei Monate auf Diät (am besten nur Wasser und Brot), bevor Du Deinen nächsten DSA-Roman schreibst und halte die Dät auch während des Schreibens ein. Dann könntest Du eine reelle Chance haben, so zu schreiben, daß der Leser nach der Lektüre noch seinen Namen weiß und über den Autoren sagen wird: Ja, aus dem könnte ein guter Erzähler werden!"

Schwerter

Hanovi Braddock: Die Asche der Sonne (Ashes of the Sun). MAGIC Die Zusammenkunft TM Band 8. 363 Seiten, TB Heyne 06/6608 Fantasy

Ich kenne "Das erfolgreichste Kartenspiel der Welt!", "-die Sammelkarten Sensation" nicht, hingegen habe ich die bisher erschienen Romane dieser Serie gelesen und sie stehen im Regal. Sie sind alle mindestens Durchschnitt (Band 1: William R. Forstchen - Die Arena fand ich sehr gut) und Fantasyfans kommen auf ihre Kosten. Gemeinsam haben die Romane die Welt mit ihrer großen Zahl von Kreaturen (Goblins, Elfen, Kentauren, Minotauren, Zwerge usw.), die Magie, aber irgendwie entgeht mir, was dies alles mit "Der Zusammenkunft TM" zu tun hat. Vielleicht wird auch mir dies irgendwann klar. In diesem Band wird eine Frau mit einer Minotaurenkultur konfrontiert. H.B. hat sich eine ganze Menge für die Charakterisierung ihrer Protagonisten ausgedacht und das Buch liest sich ganz gut. Guter Durchschnitt mit*** .

Schwerter

Orson Scott Card: Der Reisende. Die Legende von Alvin dem Schmied 4 Roman. (Alvin Journeyman) 475 Seiten. TB Bastei/Lübbe 20305 Fantasy

Die Romane um Alvin dem Schmied mag ich sehr gerne. Sie spielen im Nordamerika einer Parallelwelt (18. Jahrhundert), was O.S.C. erlaubt, nach Herzenslust zu fabulieren. Ich rate davon ab, mit diesem Buch einzusteigen. Zuviel ist bereits geschehen und wie ich das sehe, wird auch noch sehr viel mehr geschehen. Und vor allem: Die ersten Bände sind es wert, gelesen zu werden.
Bei seinen Danksagungen erzählt O.S.C. über die Hatrack River Town Meetings bei America Online. Dort gab es wohl eine intensive Diskussion über die bisherigen Romane, darin enthaltene Unstimmigkeiten, die Personen und natürlich, wie es weitergehen soll. Bei AOL gibt es das virtuelle Hatrack River mit den Chat-Teilnehmern als Bewohner. Für mich *****.

Schwerter

Peter Straub Reise in die Nacht (The Hellfire Club) 656 Seiten. Gebunden im Heyne Verlag Roman

Dies ist immerhin der 10. Straub (oder der 10,5.: Der Talisman ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Stephen King), den ich gelesen habe und der nun zu seinen Geschwistern ins Regal gestellt werden wird. Abgesehen von 3 Heyne-TBs finde ich alle seine Romane überdurchschnittlich gut und ich denke, man kann seine Romane in 3 Gruppen teilen.

  1. Horror / Fantasy: Wenn Du wüßtest 1977, Geisterstunde 1979, Der Hauch des Drachen 1984, Der Talisman 1984 (mit King), Schattenland (finde ich nicht mehr oder ist er mir entgangen?)
  2. Mainstream mit leicht phantastischen Elementen: Julia 1984, Das geheimnisvolle Mädchen 1984, Die fremde Frau, Haus ohne Türen 1990
  3. Thriller: Koko 1988, Mystery 1990, Der Schlund 1993, Reise in die Nacht 1996
    Verlagsseitig wird auf den Covern seiner letzten Bücher weiterhin von Horror gesprochen, bei diesem auch von Psychothriller. Für mich hat sich Straub im Laufe seiner Karriere immer mehr von der Enklave Horror entfernt oder anders gesagt: Er hat den persönlichen Horror (die Angst) an die Stelle der übernatürlichen Erscheinung gestellt. War es in "Geisterstunde" noch der sich rächende, mordende Geist einer Frau, ist es in "Reise in die Nacht" der persönliche Alptraum der Protagonistin Nora Chancel, die von dem Serienmörder Dick Dart entführt und vergewaltigt wird und ihm dann auch noch bei seinen weiteren Morden assistieren soll. Diese Entwicklung begann mit Koko und hat sich in den drei folgenden Romanen fortgesetzt. Auch sieht Straub fast davon ab, die (unbeschreibliche) Gewalttätigkeit des Dick Dault zu schildern.
    Wir erleben die spannende Story aus der Sicht Noras, einer bis zum Zeitpunkt der Entführung in guten Verhältnissen lebenden Endvierzigerin, die aber durch die Umstände gezwungen wird über sich hinaus zu wachsen, um letztendlich alle Geheimnisse aufzuklären und den Sieg davon zu tragen.
    Mit einer letzten Bemerkung möchte ich es genug sein lassen: Straub erzählt mehrere Geschichten in der Geschichte und jeder kann sich diejenige heraussuchen, die ihm am meisten zusagt. "Reise in die Nacht" ist ein spannendes, sehr gut erzähltes Buch und hat mich prächtig unterhalten *****.

    Schwerter

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